TU Ilmenau

Architektonischer Realisierungswettbewerb TU Ilmenau - Neubau für die Fakultät Informatik und Automatisierung
Realisierungswettbewerb: 2003
Auslober:Staatsbauamt Erfurt
Beteiligte Architekten:
Martin Hoffmann, Freier Architekt, Gotha

Der Neubau der Fakultät Informatik und Automatisierung bildet einen städtebaulichen Abschluss des Hans Stamm Campusgeländes am oberen Ehrenberg. Südlich des Ensembles entsteht eine Torsituation zwischen dem Helmholtzbau und dem Neubau. Der winkelförmige Bau beschreibt das Baugrundstück auf der Ost- und Südseite. Der Neubau besteht aus einem dreigeschossigen winkelförmigen Gebäude, das auf einem flächigen Sockelgeschoss aufbaut. Dieser Sockel bildet eine Ebene und ist auf der Ostseite und teilweise auf der Nordseite ebenerdig. Somit ist ein behindertengerechter Zugang vorhanden. In das Sockelgeschoss sind begehbare Lichthöfe eingeschnitten. Über die Freitreppe, die das Sockelgeschoss einfasst, gelangt man zum Haupteingang. Der zentrale Zugang über den die einzelnen Verwaltungs- und Institutsbereiche erreichbar sind, liegt in einer Achse mit dem des Helmholtzbaus. Für institutübergreifende Verbindungen sind Nebenzugänge vorgesehen. Die Anlieferung erfolgt über die Ostseite im Rücken des Haupteinganges. Ein kombinierter Personen- und Lastenaufzug ist dem Foyer zugeordnet. Das Dach des Sockelgeschosses bildet eine Plattform, die durch ihre Gestaltung eine Verbindung zwischen Baukörper und Umgebung darstellt. Dieser Ort ist auch als Aufenthalts- und Entspannungsbereich zu verstehen. Die Labore im Sockelgeschoss sind um begehbare Themenhöfe gruppiert, die nach namhaften Wissenschaftlern benannt werden. Die Erschließung sowie die Funktionsräume der Verwaltungsbereiche sind nach Norden und Westen ausgerichtet. Auf der Freifläche entsteht ein Technikpark, der die Grundlage des Freiflächenkonzeptes wird. Die Blickbeziehung über alle Bereiche sowohl von Innen als auch von Außen ermöglichen eine leichte Orientierung. Es entstehen interessante Aus- und Einblicke. Die Labore sind in ihrer Lage und Größe frei wählbar. Somit können den einzelnen Fachbereichen Räume flexibel zugeordnet werden. Das Gebäude besteht aus einer Stahlbetonkonstruktion mit vorgehängten Fassaden. Zum Campusgelände öffnet sich das Gebäude mit einer Glasfassade in einer Pfosten-Riegel-Konstruktion. Die Ost- und Südfassade bestehen aus einer Metallfassadenbekleidung, die durch Lichtbänder unterbrochen wird. Die Fassaden mit der entsprechenden Himmelsausrichtung sind mit einem außenliegenden Sonnenschutz versehen. Dieser wird gleichzeitig mittels Lichtlenkung zur Belichtungsoptimierung genutzt. Das Energiekonzept basiert grundsätzlich auf einer natürlichen Belichtung und Belüftung. Der hygienisch erforderliche Luftwechsel wird durch eine mechanische Lüftungsanlage mit einer geringen Luftwechselrate - Quelllüftung - gewährleistet, die auf die Fensterlüftung reagiert. Um den äußeren Klimaschwankungen im Inneren entgegen zu wirken, wird die speicherfähige Bauwerksmasse thermisch aktiviert. Durch die Betonkerntemperierung der Decken wird ein gleichmäßiges Raumklima erzeugt. Die Beheizung erfolgt über eine Fußbodenheizung. Die Labore werden in den notwendigen Bereichen klimatisiert.



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