Augustinerkloster


"Wiedraufbau der historischen Bibliothek und der Waidhäuser" im Augustinerkloster zu Erfurt
Realisierungswettbewerb: 2004
Auslober:Augustinerkloster Erfurt
Beteiligte Architekten:
Martin Hoffmann, Freier Architekt, Gotha


Konzept und Städtebau

Der Entwurfsansatz basiert auf der Überlegung, die Neubauten in die bestehenden Fragmente einzufügen, sie aber dabei nicht zu berühren. Ziel ist es, den vorhandenen Kontext nachvollziehbar zu erhalten und die historischen Bauteile dadurch hervorzuheben.
Die historischen Mauerreste bilden somit die Umrahmung der Neubauten. Die Neubauten werden auf Plateaus errichtet, die über den Grundmauern zu schweben scheinen. Die bauliche Distanz zum Bestand ist Teil des Konzeptes. Die Höhenentwicklung der Neubauten wurde in Anlehnung an die angrenzende Bebauung vorgenommen. Durch die Nichtbebauung der nördlich vom Veranstaltungsbau liegenden Freifläche entsteht ein maßstäblicher Platz, welcher die historische Eingangssituation betont.


Erschließung und Raumstrukturen

Veranstaltungsgebäude

Die Haupterschließung des Ensembles erfolgt über die Augustinerstraße. Der Veranstaltungsneubau nimmt die bestehende Erschließungsachse auf. An dieser befindet sich der Zugang zum Foyer einschließlich der Treppenanlage. Von hieraus lassen sich alle Geschosse erreichen. Der Ausstellungsraum im Untergeschoss wird über Lichtbänder entlang der Umfassungsmauern belichtet. Im Erdgeschoss befindet sich der Veranstaltungsraum, welcher sich über zwei Geschosse erstreckt. Im 2. Obergeschoss sind die Bibliothek, die Studierzimmer und der Siegelraum untergebracht. Die Verwaltungsräume und die Toiletten sind in den Geschossen an der Erschließungsachse geplant. Der Veranstaltungsraum ist durch variable Trennwände in der Lage, die unterschiedlichsten Raumformen und -größen mit verschiedenen akustischen Eigenschaften anzunehmen. Der Bibliotheksraum soll neben der Aufbewahrung der wertvollen Bücher auch als repräsentativer Empfangsraum genutzt werden.

Wohngebäude

Der Wohnungsbau ist von der Ostseite erschlossen. Im Erdgeschoss und 1.Obergeschoss befinden sich die Appartements und im 2.Obergeschoss die Hausmeisterwohnung mit großzügiger Terrasse. Die Erschließung erfolgt über einen laubengangartigen Flur, der auf der Südseite angeordnet ist. Kochgelegenheiten und Abstellflächen befinden sich in den Flurmöbeln. Es ist angedacht, den Flur als Gemeinschaftsfläche sowie zum kochen und essen zu nutzen. Im Erdgeschoss entstehen zwischen dem Flur und der historischen Mauer kleine Höfe, die als Freisitz angeboten werden. Die Appartements sind nach Norden ausgerichtet und blicken auf einen grünen Platz zwischen Wohngebäude und Veranstaltungsgebäude.


Material und Konstruktion

Die Gebäude werden in Stahlbetonskelettbauweise mit einem wirtschaftlichen Stützenraster erstellt. Eine Glasfassade umspannt die Gebäude allseitig mit einer transparenten Haut. Die Räume werden wie Boxen in die Geschosse gestellt. Innenliegende Holztafeln und Rollos ermöglichen einen Sicht- bzw. Blendschutz. Die glatten und kantigen Materialien stehen im Kontrast zu den rauen und unregelmäßig geformten Mauerresten.


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